Diane Setterfield: Die dreizehnte Geschichte – Nachschlag

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Die Gisela von Giselas Lesehimmel und ich wollten gerne gemeinsam eine Aktion starten. Und während ich noch grübelte, kam Gisela diese tolle Idee: Ich lese was, was du nicht liest! Zeig mir dein Herzensbuch!
Glücklicherweise blieben wir nicht lange alleine, denn schon kamen von überall her Herzensbücher.
Ihr seid herzlich eingeladen, euch anzuschließen – zeigt her eure Herzensbücher.

Regelmäßig dabei ist auch

Angela vom Literaturgarten
Monerl von MonerlS-bunte-Welt

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Im September letzten Jahres habe ich euch eines meiner liebsten Bücher vorgestellt: Die dreizehnte Geschichte von Diane Setterfield. Da es nun schon seit Jahren zu meinen Lieblingsbüchern zählt, kann es aufgenommen werden in die Reihe der Herzensbücher. Und damit ihr nicht nur noch mal eine euch schon bekannte Rezi lesen müsst, zeige ich euch hier meine Aufzeichnungen, die ich damals in einem Bücherforum geschrieben habe:

Das erste Mal begonnen habe ich es am 4. Juni 2009:

Klappentext
Geheimnisvoll, Gespenstisch, Genial!
Sie ist Englands beliebteste Schriftstellerin, und doch weiß keiner, wer Vida Winter wirklich ist. Ihr ganzes Leben lang hat sie Stillschweigen darüber bewahrt, was damals, in jener Nacht vor rund sechzig Jahren, wirklich geschah, als der Familiensitz der Angelfields bis auf die Grundmauern niederbrannte. Nun, dem Tode nah, möchte sich Vida Winter ihrer Vergangenheit stellen und beichtet der Buchhändlerin Margaret Lea die schockierende Wahrheit über sich und ihre Zwillingsschwester.
Diane Setterfield entführt uns in die geheimnisumwitterte Welt der Familie Angelfield – ein schaurig-schöner Roman und zugleich eine Hommage an die viktorianischen Klassiker des 19. Jahrhunderts.

Ich bin gespannt.

Hat ja schon mal toll angefangen. Stellt Euch vor:

Ihr seid Buchhändler, lebt zurückgezogen, liebt alte Romane und schreibt Biografien über unbeachtete Persönlichkeiten aus früheren Jahrhunderten.
Eines Tages erhaltet Ihr einen Brief von einer, nein, Englands bekanntester Autorin, von der Ihr jedoch noch nie ein Buch gelesen habt. In diesem Brief schildert die alte Dame, wie sie Journalisten jahrzehntelang über ihr Leben an der Nase herumgeführt hat. Und nun kommt ein Brief mit der Bitte, die Biografie dieser Frau zu schreiben. Die Wahrheit über ihre geheimnisumwobene Vergangenheit.

Herrlich, ganz nach meinem Geschmack.

Bis jetzt trifft diese Geschichte ja wieder voll meinen Nerv. Meine Mittagspause (zwei Stunden) sind rum wie nichts.

Margaret Lea, die junge Buchhändlerin, deren Steckenpferd es ist, Biografien von vergessenen Persönlichkeiten zu schreiben, und die diese Geschichte erzählt, nimmt uns auf den ersten Seiten mit in ihre Kindheit. Von klein auf dreht sich bei ihr schon alles um Bücher. Den Lebensunterhalt bestreitet der Vater, indem er sechsmal im Jahr anscheinend unauffindbare Bücher sucht und von A nach B transportiert. Der Buchladen wirft nichts ab. Täglich eine Handvoll Kunden, im September die Studenten, die ihre Pflichtlektüre holen und sie im Mai wieder zurückbringen. Aber er ist ihr Leben.

Auf den Brief der Vida Winter hin ist sie nun zu ihr gefahren und lässt sich deren „Wahrheit“ über ihr Leben erzählen.

Ich bin jetzt auf Seite 188. Die Familienmitglieder der Vida Winter sind schon eigenartige Menschen.
Die junge Biografin hat sich von der Schriftstellerin drei persönliche Informationen erbeten, die sie nachprüfen kann. Ursprünglich wollte sie auch nur drei Tage bleiben. Nun ist fast eine Woche vergangen und sie hat sich drei Tage freigenommen, um Nachforschungen anzustellen.
Entsprechende Infos über Familienmitglieder findet sie in Almanachen. Die hätte auch die alte Dame finden können. Dann macht sie eine Fahrt zu dem alten Anwesen der Familie. Es besteht nur noch als alte Ruine.
Erzählt Vida Winter wirklich die Wahrheit? Ist es tatsächlich ihre private Geschichte oder erzählt sie Märchen? Die Frage steht noch im Raum.

Und ich bin immer noch begeistert von dem Buch.

Irgendwie scheint die ganze Familie der Vida Winter einen Schuss weg gehabt zu haben. Sie selbst hatte noch eine Zwillingsschwester. Um die beiden Mädchen ging es in den letzten Kapiteln. Sie standen in einer seltsamen Beziehung zueinander. Das hier erklären zu wollen, ist ein bisschen schwierig. Aber spannend erzählt.

Auch der Schreibstil der Diane Setterfield gefällt mir sehr gut. Sehr flüssig und schön zu lesen.

Vida Winter ist sterbenskrank. Wird sie es schaffen, ihre Geschichte noch zu Ende zu bringen? Für zwei Tage jedenfalls wird Margaret Lea beurlaubt und sie fährt noch einmal zu der Ruine Angelfield, wo sie beim letzten Mal schon Aurelius kennengelernt hat. Heute erfährt sie seine Geschichte bzw. die Geschichte von Mrs. Love, die ihn auf ihrer Türschwelle gefunden hat. Er ist ein Findelkind. Noch ein Geheimnis, das es zu lösen gilt. Denn Aurelius weiß zwar nicht, wer er ist und wer seine Eltern sind, aber er weiß, dass er etwas mit Angelfield zu tun hat.

Ich kann gar nicht verstehen, dass es Leute gibt, die gesagt haben, dass sich Buch teilweise hinzieht. Also, ich möchte bisher auf keine Seite verzichten.

Meine Mittagspause ist vorüber. Und es wird immer spannender. Mittlerweile sind die Zwillinge ganz alleine. Vater unbekannt, die Mutter in einer Anstalt verstorben, der Onkel hat sich umgebracht, die Missus ist im Schlaf gestorben, der Gärtner, der der Letzte im Haus war, der sich noch einigermaßen gekümmert hat, ist im Garten verunglückt. Und nun? Wie geht es weiter mit den Mädchen, die mittlerweile schon Jugendliche sind?

Auch Margaret Lea, die die Geschichte aufschreibt, hat mit eigenen Geistern aus der Vergangenheit zu tun.

Letzter Eintrag am 16. Juni 2009:

Was für eine tolle Geschichte. Habe gerade die letzten Seiten atemlos verschlungen. An meine Lieblingsgeschichte reicht sie nicht ran, sie erhält aber den zweiten Platz.

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10 Kommentare zu „Diane Setterfield: Die dreizehnte Geschichte – Nachschlag

  1. Awww… Wunderbar! Ich liebe „Die dreizehnte Geschichte“ und denke mir immer, wenn ich jemals eine Buchhandlung eröffnen würde, dann würde ich sie so nennen.
    Natürlich müsste ich vorher viele Millionen im Lotto gewinnen, daß der Laden läuft, denn Buchführung war immer mein schwächstes Fach! 😂
    Schade, daß das Buch mittlerweile nicht mehr auf dem Markt ist… 😥

    Gefällt 2 Personen

  2. Liebe Anne,
    dieses Buch hat Antje als Gastbeitrag auf meinem Blog vorgestellt und seit damals habe ich sie auf meiner Wunschliste! Sie konnte mich absolut überzeugen. Freue mich, dass du es nun auch so toll fandest! Ein Grund mehr, sie endlich zu lesen! 🙂
    GlG, monerl

    Gefällt 2 Personen

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