Sylvia Kling: Bruchstücke I und II

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Die Gisela von Giselas Lesehimmel und ich wollten gerne gemeinsam eine Aktion starten. Und während ich noch grübelte, kam Gisela diese tolle Idee: Ich lese was, was du nicht liest! Zeig mir dein Herzensbuch!
Glücklicherweise blieben wir nicht lange alleine, denn schon kamen von überall her Herzensbücher.
Ihr seid herzlich eingeladen, euch anzuschließen – zeigt her eure Herzensbücher.

Regelmäßig dabei ist auch

Angela vom Literaturgarten
Monerl von MonerlS-bunte-Welt

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Man mag ja Facebook verteufeln, wie man will. Manchmal begegnet dort aber auch etwas Gutes, Schönes. So bin ich dort schon vor Längerem Sylvia Kling über den Weg gelaufen. Was sich daraus entwickelt hat? Ich habe ihre Gedichte kennengelernt, schätze sie als Person, die politisch interessiert ist, eine Humanistin ist, sich „Gegen das Vergessen“ und für Menschen, die es selbst nicht können, auch persönlich einsetzt.

Von ihren Bruchstücken bin ich ganz begeistert. Und wenn ich, die ich seit Jahrzehnten nichts mit Gedichten am Hut hatte, das sage, will das schon was heißen.

Es wird wahrscheinlich nicht mehr dazu kommen, dass ich jedes Gedicht eines Dichters verstehe. Aber bei Sylvia Kling finde ich so viele schöne Zeilen, wo ich denke: Ja, genauso ist es. Sie schreibt mir aus dem Herzen.

Und es sind in diesen Bänden so viele Themen abgedeckt, dass für jeden Leser etwas dabei sein kann: Heimat, Politik, das Menschliche, Älterwerden, Liebe, manches klingt ganz persönlich.

Sylvia Kling gibt denen eine Stimme, die nicht selbst sprechen, sich nicht wehren können: Kinder, Kranke, Alte.
„Opferprofil“ – hier geht es um Kindesmissbrauch – geht dabei besonders unter die Haut. Oder auch „NachbarsJunge“, in dem sie über einen Jungen schreibt, der sich nicht nur Freunde wünscht, sondern auch die Liebe seiner Mutter.

Ein besonderes Gedicht darf ich zitieren. Danke dafür, liebe Sylvia. Aus einem ganz persönlichen Grund liegen mir diese Zeilen besonders am Herzen:

An meinen Sohn

Erbe

Ich hinterlasse Dir
nur wenig Geld,
eine windschiefe Hütte
vor einem einsamen Feld

Ich hinterlasse Dir
keine teuren Gefährte,
doch bin ich mir sicher,
eher zeitlose Werte

Ich hinterlasse Dir
meinen Blick auf die Linde
ich schnitze heimlich
ein Herz in die Rinde

Ich hinterlasse Dir
meine Gedanken
die sich taumelnd erhoben
und niedersanken

Ich hinterlasse Dir
mein tiefes Sinnen
auf die Sicht dieser Welt.
Mögest du an ihr gewinnen

 

Ein Herzensbuch und ein Herzensmensch ❤ 

 

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5 Kommentare zu „Sylvia Kling: Bruchstücke I und II

  1. Ich lerne Reime auch langsam zu schätzen. Besonders darum, weil manche alte Menschen sich gerne daraus vorlesen lassen. Heute hat mich vom Frieling-Verlag “Morgendliche Sterngucker“ ereicht. Daraus lese ich dann meiner Dame im Altenheim vor.

    Ja, die Gruppen in Facebook sind stellenweise nicht schlecht.

    Liebe Grüße,Gisela

    Gefällt 1 Person

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