Doppelte Buchtitel

Liebe Verlage,

so allmählich fühle ich mich von euch wirklich nicht mehr ernst genommen. Nicht nur, dass euch nichts Kreatives zu Buchcovern mehr einfällt (Bücherforen füllen sich mit doppelten, drei-, ja mehrfachen gleichen Covern für die verschiedensten Bücher), nein, jetzt bringt ihr auch noch die gleichen Geschichten unter verschiedenen Titeln raus. Und das anscheinend so oft, dass es mir gleich zweimal kurz nacheinander auffällt.

Ich habe mittlerweile allerdings drei Beispiele:

Hier geht es um die Geschichte des Fechtmeisters Don Jaime Astarloa. Das Buch habe ich euch hier schon mal vorgestellt. Der Fechtmeister klingt sehr nach dem Original El maestro de esgrima. Und auch das Cover passt wesentlich besser zur Geschichte.

Hier liegt zwischen beiden Büchern gerade mal ein Jahr. Doppelt bezahlt habe ich es nun schon, die Arbeit, eine Buchvorstellung dazu zu schreiben, mache ich mir wohl nicht mehr. Dazu bin ich viel zu verärgert.

Hier liegen sechs Jahre zwischen. Dass es sich um dieselbe Geschichte handelt, habe ich erst nach dem Lesen in einem Bücherforum entdeckt. Deshalb gibt es dazu eine Vorstellung in meinem Blog.
Am 19. Juli hatte ich dem Verlag geschrieben und um eine Erklärung gebeten. Bis heute habe ich leider keine Antwort erhalten.

Erkläre mir doch mal bitte einer diese Verkaufsstrategie.

 

 

Edit

Heute kam die Antwort vom Verlag:
Bei den letzten beiden Büchern handelt es sich tatsächlich um zwei verschiedene, die aber sehr eng miteinander verbunden sind:

Die Anfangs- und Schlusssätze beider Romane stimmen tatsächlich überein: Damit weist der Autor auf die inhaltliche Klammer der beiden Romane hin, betont aber vor allem die Bezüge zur Zen-Philosophie: Alles im Leben verläuft zyklisch. Natürlich trifft man in der „Verlobten“ auf das bekannte Figurenpersonal, aber in „Siebzehn Silben Ewigkeit“ wird Bilodos Geschichte erzählt, in der „Verlobten“ hingegen Tanjas.

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10 Kommentare zu „Doppelte Buchtitel

  1. Hallo Anne, ja sehr schade, dass Du keine Antwort bekommen hast. Aber das ist typisch für schlechte Führung im Literatur – Management. Unsere unbezahlte Werbung für Bücher wird gern angenommen, man bekommt dafür ja oft auch Rezensionsexemplare kostenlos , aber sonst werden Blogger im professionellen Buchbetrieb eher belächelt und sanft geduldet. Nur ganz wenige Blogger schaffen es ja auch wirklich bekannt zu werden wie zum Beispiel die sympathische Buchkolumne (Karla Paul) , die selbst lange Jahre bei Verlagen mitgewirkt hat. Ich folge ihr auf Instagram und es lohnt sich dort mitzulesen…

    GLG Angela ,,,,und hüte Dich vor der Hitze!

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  2. Ich lese ja hauptsächlich auf englisch, und da ist dieses Problem weit verbreitet. Für die USA wird dann ein anderer Titel gewählt als für den Rest der Welt. MANCHMAL kann ich es gerade noch verstehen – Bernard Cornwell’s „Harlequin“ sollte zum Beispiel nicht mit der gleichnamigen Liebesromanserie verwechselt werden und heisst in den USA deshalb „The Archer’s Tale“.

    Was ich allerdings nicht verstehe, ist warum Ben Aaronovitch’s „Rivers of London“ dort zu „Midnight Riot“ wird. Schliesslich geht es ja um Londons Flüsse, und nicht um mitternächtliche Aufstände! Ist der Originaltitel zu britisch? Oder wie?

    Oder siehe Harry Potter, wo aus dem „Stein der Weisen“ mal eben ein „Stein der Zauberer“ wurde, was mir auch bisher niemand schlüssig erklären konnte.

    Auf alle Fälle ärgerlich.

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  3. Liebe Anne

    Eine Frechheit, aber leider nicht selten. Der Verlag zeigt sich hier nicht von seiner besten Seite. Zumindest den Titel sollte man nicht verändern. Alle drei Bücher klingen sehr interessant. Schade, wenn so treue Leser an der Nase herumführt. Man hat halt nun mal auch Coverkäufe, bei denen man nicht sofort die Inhaltsangabe liest.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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  4. Das ist mir dieses Jahr zum ersten Mal aufgefallen, da es auch mich mit einem Buch erwischt hatte. Ich war, freundlich gesagt, sehr verstimmt!
    Dass man bei all den Neuerscheinungen alte Bücher im neuen Titelgewand auflegen muss, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen!
    GlG, monerl

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    1. Das kann ich auch nicht, monerl. Für mich ist das nur Geldgiererei. Bei Letzterem gabs ja nun eine Erklärung vom Verlag. Aber so richtig gut finde ich die auch nicht. Wenn ich nämlich das zweite Buch zuerst lese und dann den Klappentext oder Rezis von Ersterem, werde ich total verwirrt, weil ich alle Infos aus dem 1. Buch im 2. auch finde. Im Klappentext hätte zumindest ein Verweis auf das 1. Buch stehen können.
      Und jetzt höre ich auf, um euch nicht noch mehr zu verwirren 🙂

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