Armin Greder: Die Insel

Die Insel

Allein das Cover zeigt schon, wie willkommen Menschen, die in Not geraten sind, uns sind. Ich brauche das Buch nur aufzuschlagen, um zu sehen, wie aktuell diese Geschichte immer noch ist.

Ein dunkles, alles verschlingendes Meer.

„Am Morgen fanden die Inselbewohner einen Mann am Strand,
da wo Meeresströmung und Schicksal sein Floß hingeführt hatten.
Er stand auf, als er sie kommen sah.

Er war nicht wie sie.“

Bedrohlich sehen die Männer aus, wie sie da vor ihm stehen. Bewaffnet mit Gartengeräten. Sie wollen lieber, dass er gleich wieder verschwindet. Dorthin, wo er hingehöre.

Nur der Fischer, der das Meer kannte, stand ihm bei. Und so nahmen sie ihn auf.
Aber nicht etwa in ihrer Mitte. Nein, abseits, in einen alten Ziegenstall sperrten sie ihn ein.

Dieser Mann steht für all die Menschen, die derzeit bei uns Zuflucht suchen. Die es geschafft haben in unser Land, mit ein paar Habseligkeiten oder nur mit dem, was sie am Körper tragen. Die Furchtbares erleben mussten. Die in ihrer Heimat alles verloren haben.
Und wie wurden sie oft empfangen. Mancherorts wollte man sie nicht. Zündete sogar Flüchtlingsunterkünfte an.
Haben wir Angst vor ihnen? Vor Menschen, die viel mehr Angst haben, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt? Die in Frieden leben wollen.

Und was tut die Politik. Die Grenzen werden kontrolliert. Die Europäische Union will Flüchtlingsboote, die auf dem Weg nach Europa sind, zerstören.

Armin Greder hält uns einen Spiegel vors Gesicht. So darf man mit Menschen nicht umgehen.
60 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht. Nur ein winzig kleiner Teil von ihnen kommt zu uns. Und gerade wir müssen dafür sorgen, dass sie hier menschlich aufgenommen werden, hier eventuell auch eine neue Heimat finden.

4. Juni 2018

Bei Bootsunglücken im Mittelmeer sind erneut Dutzende Migranten ums Leben gekommen. Vor der tunesischen Küste nahe der Inselgruppe Kerkenna starben mindestens 48 Menschen, als ihr Boot sank, wie das tunesische Verteidigungsministerium am Sonntag mitteilte. 64 Menschen werden noch vermisste, twitterte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration. Auch vor der türkischen Südküste ertranken mindestens neun Menschen, darunter sechs Kinder. Das teilte die türkische Küstenwache mit. – faz.net

20. Juni 2018

Beim Untergang eines Schlauchboots vor der Küste Libyens sind in der vergangenen Woche mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen. Dies berichteten Überlebende am Mittwoch auf Sizilien, wie die italienischen Organisationen Ärzte für Menschenrechte (Medu) und Ärzte ohne Grenzen mitteilten. Zunächst war von zwölf Toten die Rede gewesen.STERN.de

Weiterhin sterben Tausende von Menschen – Kinder, Frauen und Männer – im Mittelmeer, während unsere Politiker ihre Machtkämpfe austragen.

Ich erwarte von ihnen, dass sie endlich Konzepte erarbeiten, wie den Menschen hier bei uns und vor allem dort vor Ort geholfen werden kann. Denn wir sind nicht unschuldig daran, was in ihrer Heimat geschieht.

Und von meinen Mitmenschen erwarte ich mehr Toleranz und vor allem Empathie. Die scheint sehr vielen total abhandengekommen zu sein.

Die Menschen, die bei uns ankommen, sind eine verschwindend kleine Zahl. Die wohl größten Flüchtlingslager gibt es in Afrika, in Ländern, denen es wesentlich schlechter geht als uns. Und dort sind die Binnengrenzen wesentlich offener als bei uns.

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