Charlie Lovett: Jane Austens Geheimnis

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen: Im Jahre 1796 begleiten wir in Steventon, Hampshire, Jane Austen und in Oxfordshire lernen wir in der Gegenwart Sophie Collingwood kennen, die seit ihrer Kindheit eine Leseratte und Buchliebhaberin durch und durch ist. Die Liebe zu den Büchern hat sie nicht aus dem Elternhaus, obwohl es dort eine richtige Bibliothek gab. Nein, an die Bücher herangeführt und vor allem auch über sie gesprochen, hat sie ihr Onkel Bertram, der Bruder ihres Vaters. Ihre besondere Liebe gilt den Büchern des 19. Jahrhunderts und da besonders denen von Jane Austen und Krimis.
Eines Tages, als Sophie bei den Eltern zu Besuch ist, erfährt sie, dass ihr Onkel gestorben ist. In einem ihrer letzten Gespräche mit ihm fragte er sie, ob sie es sich vorstellen könnte, in London, in seiner Wohnung mit all den Büchern zu leben, wenn er mal nicht mehr ist. Sie zieht tatsächlich in seine Wohnung, doch als sie dort ankommt, sind alle Bücherregale leer. Der Vater hat sie zum Verkauf abholen lassen, um die Schulden des Onkels zu bezahlen.
Sophie braucht einen Job und den findet sie in einem Antiquariat. Den Buchhändler kennt sie seit ihrer Kindheit, so oft war sie mit ihrem Onkel dort.
Als gleich zwei Männer nach ein und demselben seltenen Buch fragen und sie von einem der beiden sogar mit dem Tod bedroht wird, ist sie fest davon überzeugt, dass ihr Onkel nicht einfach so gestorben ist, sondern dass er umgebracht wurde. Sophie nimmt die Spur auf.
Zurück ins Jahr 1796, treffen wir Jane Austen und ihre Schwester Cassandra. Jane lernt Reverend Richard Mansfield kennen, mit dem sie wunderbar über Romane sprechen kann: Sie unterhielten sich ausschließlich über Bücher – darüber, welche sie gelesen hatten, welche sie noch lesen wollten und, in Janes Fall, welche sie zu schreiben hoffte.
Dabei kam es Jane zupass, dass Richard Mansfield einer viel älteren Generation angehörte, sie deshalb keine Sorge vor romantischen Anwandlungen seinerseits haben müsste.
Durch Zufall erfuhr Jane eines Tages, dass der Reverend selbst auch ein Buch geschrieben, ja sogar veröffentlicht hat: „Ein kleines Buch allegorischer Geschichten“ – eine Sammlung erbaulicher Erzählungen.
Und welch ein Zufall, dass die Männer in der Gegenwart Sophie darum gebeten bzw. befohlen haben, die zweite Auflage eben dieses Büchleins zu suchen.
Als sie diese zweite Auflage tatsächlich fand, und den Teil las, der hinzugefügt wurde, verschlug es ihr die Sprache. Ist sie hier möglicherweise auf den größten Skandal der Literaturgeschichte gestoßen? War Jane Austen eine Plagiatorin? Was haben diese beiden Männer gemeinsam, dass sie ausgerechnet dieses Buch suchen.
Sophie muss herausfinden, was es damit auf sich hat.
Was für ein Lesespaß. Und was für eine tolle Idee, uns Jane Austen als eine, ja, eine Kriminelle darstellen zu wollen, die die Idee für ihr berühmtes Buch geklaut haben soll. Und spannend, wie Sophie diesen Fall alleine, beziehungsweise mit der Hilfe ihrer Schwester, aufbröselt. Und so schön für mein Bücherherz, wie hier über die Liebe zum Lesen und zu den Büchern geschrieben wird.

 

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4 Kommentare zu „Charlie Lovett: Jane Austens Geheimnis

  1. Fein, dass Dein Bücherherz voll schöner Buchstaben gefüllt wurde durch diese interessante Romanidee! Ich hab erstmal genug von Trauerbüchern und Friedhofsbesuchen.
    Das schöne Rosencover passt ja herrlich zur Jahreszeit 🙂 !
    LG Angela

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  2. Och, die Trauer wird hier gar nicht so thematisiert, Angela. Klar, sie erinnert sich oft an ihren Onkel, aber diese Erinnerungen haben dann immer mit Büchern zu tun und passen auch in die Handlung. Im Vordergrund steht viel mehr das Geheimnis, das Sophie lüften möchte.

    Liebe Grüße, Anne

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